Forschungsinteressen
Bart Kempenaers ist Verhaltensökologe und Ornithologe. Sein Hauptinteresse gilt der Evolution des Paarungsverhaltens von Vögeln. Er möchte verstehen, wie Männchen und Weibchen einen potentiellen Partner auswählen. Nach welchen Kriterien entscheiden sie sich für eine Paarung mit einem bestimmten Individuum? Wie profitieren sie von ihrer Wahl? Warum trennen sich Paare wieder?
Ein zentrales Forschungsinteresse liegt zudem darin zu verstehen, warum manche Individuen – insbesondere Weibchen – ihrem Partner untreu sind. Wie häufig sind Kopulationen außerhalb des Paares? Welche Weibchen suchen diese? Nach welchen Kriterien wählen die Weibchen einen Partner zum Fremdgehen aus? Welchen Nutzen ziehen sie daraus? Und wie beeinflusst Promiskuität die sexuelle Selektion?
Darüber hinaus möchte Bart Kempenaers die Ursachen der Variation im individuellen Paarungsverhalten verstehen. Kann die Variation im Paarungsverhalten mit der Variation von Persönlichkeitsmerkmalen in Verbindung gebracht werden? Ist das Paarungsverhalten konditionsabhängig oder wird die Variation durch frequenzabhängige Selektion aufrechterhalten?
Als
Freilandbiologe koordiniert er zwei langfristige Feldstudien: eine über einen
häufigen europäischen Singvogel, die Blaumeise (Parus caeruleus), und eine über
arktisch brütende Küstenvögel, den Sandstrandläufer (Calidris pusilla) und den
Graubruststrandläufer (Calidris melanotos). Weitere Informationen zur Forschung
von Prof. Dr. Bart Kempenaers finden sich auf den Internetseiten seiner
Abteilung Ornithologie.
Vita
Bart Kempenaers wurde 1967 in Belgien geboren. Er studierte bis 1989 Biologie an den Universitäten von Limburg und Antwerpen. 1994 promovierte er an der Universität Antwerpen und arbeitete anschließend als Postdoktorand am Niederländischen Institut für Ökologie (NIOO, 1994) sowie an der Queen’s University in Kanada (1995). Von 1996 bis 1998 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Konrad-Lorenz-Institut für vergleichende Ethologie in Wien.
1999 kam Bart
Kempenaers als unabhängiger Nachwuchsgruppenleiter an das Max-Planck-Institut
in Seewiesen und wurde im Dezember 2003 Direktor der Abteilung. Im Jahr 2004
wurde er zudem zum Honorarprofessor für Verhaltensökologie an der
Ludwig-Maximilians-Universität München ernannt, wo er Kurse in
Verhaltensökologie unterrichtet.