Neuer Max-Planck-Campus in Martinsried
Wettbewerbsaufgabe
Die Betrachtung der Nachhaltigkeit im Sinne eines holistischen und integrativen Ansatzes ist ein zentrales Anliegen der Standortentwicklung. Die sozialen, ökologischen und ökonomischen Dimensionen sind dabei gleichermaßen relevant. Die Umsetzung insbesondere von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen sollen an diesem zukunftsorientierten Wissenschafts- und Forschungsstandort einen Vorbildcharakter haben. Die Minimierung der CO2-Emissionen in Herstellung und Betrieb ist somit unerlässlich.
Hierzu waren sowohl auf der städtebaulichen als auch der baulichen Ebene innovative Ansätze insbesondere zur Energie- und Ressourcenoptimierung sowie zur grünen und blauen Infrastruktur zu entwickeln, um einen Beitrag zur Klimaneutralität und Klimaanpassung zu leisten. Gesucht wurde ein richtungsweisender Entwurf, der Baukultur mit Nachhaltigkeit selbstverständlich vereint. Den folgenden Herausforderungen soll im Projekt begegnet werden:
- Interdisziplinäre Forschung
- zukunftsorientiert in der Forschung
- Adaptierbarkeit
- Nachhaltigkeit und Kreislauffähiges Quartierskonzept
- holistisches und integratives Design
- kollaborative und innovative Zusammenarbeit
- rapide Innovationsentwicklung
- Digitalisierung und KI
- Lebenswert und Menschenfokussiert
- Imagebildendes Layout und Design in den Freiflächen, Gebäudestrukturen und Innenräumen
Bei der Lösung der miteinander verzahnten städtebaulichen und hochbaulichen Aufgabenteile waren spezifischen Merkmale der Aufgabe zu berücksichtigen, u. a.:
- die besonderen Anforderungen wissenschaftlicher Forschungseinrichtungen,
- die Entwicklung in Bauabschnitten,
- der Weiterbetrieb der Bestandsgebäude während der Bauphasen, insbesondere nach Fertigstellung des 1. Bauabschnitts,
- die Konzeption einer baulich-funktionalen Strategie für die erhaltenswerten Bestandsbauten sowie
- Konzepte für Mobilität, Logistik und Ökologie.
Die Gebäudeplanung stellt hohe Anforderungen an die gestalterische Qualität für ein inspirierendes Arbeitsumfeld, zugleich an Lösungen für eine wirtschaftliche Konzeption und Planung für Bau und Betrieb, sowie an langfristig optimierte und flexible Nutzungsangebote mit angemessenem Komfortanspruch. Ziel war eine planerisch integrativ entwickelte, ganzheitlich nachhaltige Lösung, weshalb das Verfahren als interdisziplinärer Wettbewerb zur Beauftragung einer Generalplanungsleistung ausgelobt wurde.
Das Bauvorhaben soll schnellstmöglich fertiggestellt werden. Die Überführung des städtebaulichen Entwurfs in den Masterplan und das daraus abgeleitete Bauleitplanungsverfahren soll jetzt unmittelbar eingeleitet werden. Basierend auf dem Masterplan und dem darin dargelegten Baustufenkonzept, werden in einem nächsten Schritt die daraus abzuleitenden Baumaßnahmen formuliert und umgesetzt. Die Planung des 1. Bauabschnitts soll parallel mit der Masterplanung / Bauleitplanung beginnen und der schrittweise Prozess der Umsetzung von Baumaßnahmen und Umzug in den 1. Bauabschnitt ca. Anfang 2032 abgeschlossen sein.
Die MPG erhält zur Realisierung dieses Großprojektes eine Sonderfinanzierung des Freistaates Bayern von bis zu 500 Mio. Euro.
Verfahrensart
Das Verfahren wurde als nichtoffener, interdisziplinärer, zweiphasiger Realisierungswettbewerb nach RPW 2013 mit anschließendem Verhandlungsverfahren durchgeführt. Der Wettbewerb richtete sich an Generalplanende (Architekten/innen in Zusammenarbeit mit Landschaftsarchitekt/innen und Fachplanenden sowie ggf. Stadtplanern/innen) und fand anonym statt.
Ausloberin
Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.
gefördert durch
Bund und Ländergemeinschaft nach den Regularien der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK)
und den
Freistaat Bayern durch das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie